Prana im Schulterstand

In der Yogastellung sarvangasana, demSchulterstand, entsteht – wie übrigens in jeder asana – ein prana-Fluss während der Übungsausführung. Prana ist das Sanskritwort für Lebensenergie. (https://de.wikipedia.org/wiki/Prana: Prana (Sanskrit, m., प्राण, prāṇa, Lebensatem, Lebenshauch) bedeutet im Hinduismus Leben, Lebenskraft oder Lebensenergie – Stand 24.2.2019) In dieser spezifischen Position sammelt sich die Energie im Herzen und fließt von dort in die mehr peripheren Bereiche des Körpers.

Man kann sagen, dass jede Yogaposition die Lebensenergie in einem spezfischen Energiezentrum anregt. In sarvangasana dem Schulterstand verläuft der prana-Fluß vom cakra des Herzens, das auch als viertes cakra bezeichnet wird, nach oben in die Richtung der Beine. (Das Wort cakra kommt vom Sanskrit, m., चक्र, cakra, [ʧʌkɽʌ], und bedeutet wörtlich: ‚Rad‘, ‚Diskus‘, ‚Kreis‘. https://de.wikipedia.org/wiki/Chakra Stand 24.2.2019)

Auf dem Bild kann man die Bewegungsdynamik im Schulterstand beobachten. Im Brustkorb kann ein gewisser Anfangspunkt der Dynamik bezeichnet werden und von dort fließt die Bewegung nach oben, in die Länge.

Interessant ist nun, dass der Energiefluß des prana in allen asana unterschiedlich aktiviert werden kann. Zum Einen kann er mehr von manas und buddhi aus angeregt werden – also von Seiten des Geistes – oder er kann mehr von Seiten der Physis und der Körperlichkeit stimuliert sein.

Manas bedeutet nach der hinduistischen Philosophie Geist (siehe Sri Aurobindo in “Early cultural writings” Quelle Stand 6.6.2018) oder Denken (siehe William Montgomery Mc Govern in “Buddhistische Philosophie und Kosmologie” S. 132. Quelle Stand: 24.2.2019.).

Buddhi bedeutet Weisheit “Es ist die inneliegende Weisheit des Menschen im Bewusstsein gemeint” (Zitat von Heinz Grill aus “Die Seelendimension des Yoga, 2019, S. 89): Beide dieser zwei Ebenen, sowohl manas als auch buddhi sind mit dem Bewusstsein verbunden und hängen nicht vom physischen Körper ab.

Wenn die Lebensenergie prana von Seiten des Bewusstseins, nach der Yogaterminologie also von manas und buddhi, motiviert ist, dann erhält die Bewegung einen Ausdruck von Leichtigkeit und eine sichtbare Freiheit vom physischen Körper. Dies erfordet eine gewisse Aktivität im Bewusstsein vom Yogapraktizierenden. Eine Yogapraxis in einer bewusstseinsaktiven Form kreiert eine Energie, die ein Resultat einer Gedankenaktivität ist. Das prana wird dadurch zu einer Dimension, die aufbauend für die gesamte Entwicklung des Menschen und sich nicht auf den Körper begrenzt. Daraus resultieren positive Effekte nicht nur für den Yogapraktizierenden, sondern ebenso für die Menschen in seinem Umfeld.