Der schnelle und vertiefende Fortschritt im Yoga durch das bewusste Üben mit ätherischen Bewegungsformen

Yoga lernen mit Empfindungen – Die Bewegungsformen in Yogaübungen und ihr Zusammenwirken mit dem Ätherleib* (der Neue Yogawille und seine künstlerische Dimension)

Was ist eine Bewegungsform?

Mit dem Begriff Bewegungsform ist nicht nur die Yogübung als Form primär gemeint. Eine Bewegungsform ist die Form der Kraft und Dynamik in einer Yogahaltung, wie zum Beispiel eine Zugrichtung, ein dynamisches Zentrum, eine dynamische Richtung in den Beinen oder in der Wirbelsäule. Heinz Grill hat in seinem neuen Yogawillen Bewegungsformen in der Übungen erarbeitet.

Mit dieser gedachte Bewegungsdimension kann man gewissermaßen die Yogahaltung bewusst “komponieren”. Es ist eine gedachte Form, in die man den Körper führt. Man denkt diese Bewegungsformen mit ihren Inhalten, kreiiert sie in seiner Vorstellung und kann dadurch eine neue, durch die Vorstellung hinzukommende Kraft für die Umsetzung der Yogaübung verfügbar machen. Man lernt zugleich die Dimension der Kraft bewusster kennen und lernt Kräfte mit dem Bewusstsein zu führen.



Die weite Dehnung, konasana


In der weiten Dehung liegen die Beine weit geöffnet am Boden. Wie weit die Beine gekrätscht werden und wie niedrig der Oberkörper dem Boden kommt ist in der Regel eine Frage der Flexibilität. Wiederholung und Training spielen bei dieser Übung eine wichtige Rolle, jedoch möchte ich jetzt den völlig neuen Ansatz über die bewusste Bewegungsform vorstellen.


Die Bewegungsform in der weiten Dehnung – Das Anziehen und Ausfließen der Beine


Man stellt sich vor, wie sich die Beine von den Zehenspitzen zu der Lendenwirbelsäule erst anziehen, also eine zentripetale Bewegung zum Körper ausführen. Man zieht die Beine richtig gehend zum Körper heran. Es kommt zu einer empfindungsmäßen Zentrierung im Kreuzbein. Schließlich wechselt man zur gegenteiligen Bewegung und lässt in der unteren Lendenwirbelsäule die Beine nun wieder bis über die Zehenspitzen hinaus ausgleiten. Die Beine gleiten dann über den Boden vom Körper hinweg. Es ist ein Wechselspiel von Anziehung der Beine zum Becken und dann wieder ein Ausgleiten der Beine über die Fläche hinaus.


Nun kreiiert man dieses abwechselnde Spiel von von Anziehen und Ausgleiten der Beine. Mit den Armen kann man diese Geste des Anziehens und Ausgleitens ergänzend unterstützten. Man kann direkt erleben, wie die Beine zunehmend in eine Dynamik und stärkere Bewegung kommen. Man erlebt dadurch auch bewusster den Boden in seiner Fläche. Durch die Beindynamik entsteht eine Kraft, die man in der Kreuzbeinregion spüren kann. Diese Region wird zentrierter erlebt und man spürt, wie eine neue Kraft sich ausgehend von diesem Zentrum bildet. Je mehr diese Dynamik durch diese bewusste Vorstellung entwickelt wird, desto freier wird nun der Oberkörper. Der Oberkörper kann nun leichter und gelöster nach vorne zum Boden finden. es ensteht die Empfindung, dass durch die zunehmende Zentrierung in der Kreuzbeinregion der Oberkörper freier nach vorne fließen kann.


Übt man die weite Dehnung dieser Vorstellung die weite Dehnung einige Male, entsteht dieser neue Bewegungsansatz. Die Bewegungsform beginnt sich in der Übung auszudrücken und die Übung zu beleben. Es kommt zu der praktischen Ausführung die Vorstellung dieser Bewegungsform hinzu.


Was liegt dieser Bewegungsform zugrunde? Heinz Grill ordnet diese Bewegungsform dem 2. Zentrum zu, das in der Lendenwirbelsäule, in der Kreuzbeinregion lokalisiert ist. Er charakterisiert diese Zentrum ” (…), er (gemeint ist der Übende) kreiiert ein ganz bestimmtes Verhältnis von Loslassen, Gleiten und Fließen zu einem Kontrahieren, Sammeln und Ruhen.” (Heinz Grill. Seelendimension des Yoga).


Die Ästhetik und Empfindung der weiten Dehnung – Die Bodennähe und Beindynamik


Durch diesen Ansatz über die Bewegungsform entsteht eine neue Empfindung für die Bewegung der weiten Dehnung wie auch zum eigenen Körper. Man empfindet eine Bodennähe in der die Beine weit und fließend über den Boden gleiten. Der Körper wird leicht. Die Beine werden zum aktiven und dynamischen Teil, der Oberkörper zu einem freien und leichten Bereich des Körpers.

Man erlebt die Gesetzmäßigkeit, dass je aktiver und dynamischer man diese Beindynamik aufbaut, der Oberkörper umso freier und gelöster nach vorne fließen kann, und die fließende Bewegung der Beine gewissermaßen sich im Oberkörper fortsetzen kann. Es entsteht durch diese zusammenziehende und wieder ausgleitende Dynamik eine reale und neue Kraft. Diese Kraft ist eine Ätherkraft, die nun den Körper formt und belebt. Eine Ätherkraft ist eine neue Kraft, die durch das lebendige Denken des Inhaltes geschaffen wird.


Die gesundheitliche Wirkung – Die Entlastung der Lendenwirbelsäule


Indem man auf diese Weise die weite Dehnung ausführt, wird die Wirbelsäule länger und nach vorne mobilisiert. Indem man eine fließende Beindynamik entwickelt, kann man die Wirbelsäule richtig länger und nach oben frei werden lassen. Die Lendenwirbelsäule wird so von einem möglichen Druck oder Stauchen nach unten entlastet und frei und erhält sogar Dynamik nach oben.


Was ist der Ätherleib?

Für die allgemeine Bezeichnung der Energie kann man auch den Begriff Äther verwenden. Wie entsteht unsere Kraft, was ist die Lebenskraft? Es soll damit nicht eine abstrakte, esoterische Kraft gemeint sein, sondern die reale Energie des Menschen. Diese Energie oder ätherische Kraft steht in einem Zusammenhang mit dem Denken, Fühlen und dem Willen des Menschen, man kann sie beeinflussen.

Diese Energie oder die Kräfte, die im Ätherleib kursieren, sind aber nicht wie einheitliche globale Ströme zu sehen, sondern sie sind hochdifferenziert, licht-und wäremeorganisierend, koordinierend und festigend, und in ihrem wechselseitigen Bewegtsein bedienen sie sich der unterschiedlichen Flüssigkeiten des Körpers. Die Ätherwirkungsströme sind mit einer eigenen schöpferischen Lebendigkeit und Intelligenz aufgeladen. Die Kräfte und Qualitäten des Ätherleibes, die im Menschen scheinbar wie in einem abgeschlossenen System fließen, korrespondieren auf unbewusste Weise mit dem äußeren Leben.“ (Heinz Grill. Das Wesensgeheimnis des Seele, Der Ätherleib)

Indem man sich eine bewusste Vorstellung über die Bewegungsform des Äthers bildet, wie sie in einer Yogaübung fließt und sich bewegt, kann man den Äther formen und lenken. Praktisch heißt dass, indem man sich eine Bewegung bewusst denkt, erschafft man bereits eine Kraft für die Umsetzung. Bereits durch die bewusste Vorstellung entsteht eine erste Empfindung für die Bewegung, durch die dann eine leichterer und freiere Kraftumsetzung möglich ist.

Grundsätzlich beschreibt der Ätherleib ein immer bewegtes Kräftesystem mit einem „zentripetalen und zentrifugalen Kräftewirken“ (Heinz Grill. Das Wesensgeheimnis des Seele, Der Ätherleib).

Diese Bewegungsformen kann man in den Yogaübungen zum Ausdruck bringen.

Der Übende koordiniert sich aus der Rückenpartie, die er anhebt, sehr sorgfältig und behutsam zu den Beinen, löst sich mit seiner Aufmerksamkeit zu einem gewissen Grade von der Peripherie los und sucht ein Zentrum mit einer nach rückwärts laufenden Bewegung.

Wie der Kreislauf aller Wasserbewegungen sich immer wieder zu einer Mitte wendet, so wendet sich der Übende in das Zentrum im unteren Rücken. “(Heinz Grill, Die weite Dehnung, Seelendimension des Yoga)

“Sie spüren im unteren Rücken und Bauchraum eine zusammenziehende Dynamik, die wenn sie richtig im Zusammenspiel mit den Beinen eintritt, eine angenehme Loslösung des Oberkörpers gewährleistet.”

“Der Körper wird auf diese Weise bodennah und empfindet sich auch wie verwandt mit der Bodenfläche.”

(Heinz Grill, Die weite Dehnung, Seelendimension des Yoga)


weitere Videos und Bewegungsformen: