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Was ist mit dem Begriff “die Seelendimension des Yoga” gemeint?

(Buchtitel von Heinz Grill)


Das bildhafte Erleben des Körpers

Als Beispiel sei hier der Kopstand vorgestellt. Wir formen im Kopfstand idealerweise eine klare vertikale Linie mit dem Körper. Indem man sich vor dem Ausführen des Kopfstandes ein Bild von einer klaren aufgerichteten, geraden Linie bildet und sich den Kopfstand in seiner vertikalen Form bewusst vorstellt, erzeugt man eine Vorstellung vom Kopfstand. Und aus dieser Vorstellung entsteht ein seelisches Gefühl, eine seelische Empfindung, und wenn diese bereits vorhanden ist, dann ist es sehr viel leichter und freier, den Körper in eine neue Form zu führen. Warum ist das so?


Indem man sich eine bewusste Vorstellung zum Kopfstand bildet, begegnen sich das Denken mit dem Wahrnehmen, es entsteht ein bewusst vorstellbares Bild und zugleich ein neues Erleben. Man erlebt den Körper bildhaft. Man erlebt die Form bereits bevor man sie umsetzt mit dem Körper. Und aus dieser Vorstellung kann man dann den Körper sehr viel freier und bewusster formen und führen lernen.


“Aus dem Prozess der Begegnung von Wahrnehmen und Denken entsteht das Bilderleben, der Körper wird bildhaft erlebt.” (Seelendimension des Yoga, Heinz Grill)


Durch eine seelische Empfindung entsteht ein freieres und leichteres Erleben gegenüber Körpers und man kann diese Übung als Folge der Empfindung praktizieren und sehr viel freier umsetzen, es entsteht sogar Freude und der Wille nach der Umsetzung wird gefördert. Dieses Entwickeln eines seelischen Erlebens erzeugt ein Empfinden, dass von bleibendem Wert ist. Und diese Idee hat Heinz Grill in dem Neuen Yogawillen bzw. dem Buch der “Seelendimension des Yoga” umgesetzt.


Die Bedeutung von einer Vorstellung auszugehen


Wie entwickeln sich diese seelischen Empfindungen? Wenn man von einer Vorstellung zur Übung ausgeht, geht man nicht von seinem subjektiven “raten”, “glauben”, oder “Sichgutfühlen”, “sich Subjektivwohlfühlen in einer Übung oder im ganzen Yoga”, einem “probieren” und unsicheren “versuchen” aus. Diese persönlichen Ansichten sind meistens bei jedem Menschen anders, es sind bereits in einem bestehende Gefühle, die mit der Übung nichts zu tun haben müssen. Sie ändern sich sogar bei einem selbst und sind nicht von großer Beständigkeit. So hat man an einem Tag auf die Übung Lust und am nächsten Tag nicht, man weiss meistens oder eigentlich immer nicht warum. Es fehlt ein geistiges Ziel.


Die Vorstellung geht aus dem Objekt aus. Sie steht in Zusammenhang mit dem Objekt selbst. Man geht von einem geistigen Inhalt oder einer geistigen Idee aus die in einer entwickelten realen Beziehung zur Übung steht. Gegenüber den Yogaübungen hat Heinz Grill sehr viele objektive Beschreibungen zu Yogaübungen in dem Buch “Seelendimension des Yoga” beschrieben. Diese geistigen Inhalte sind zugleich ein erstrebenswertes Ziel, dem man sich immer mehr annähern kann.


Die kreative Tätigkeit als Yogalehrer Empfindungen zu erzeugen


Für den Lehrer ist das Erzeugen einer Empfindung von großem Wert, weil Schüler so sehr einfach und schnell lernen können. Als Yogalehrender kann man lernen, zu einer Bewegung und Yogahaltung für einen anderen Menschen eine Empfindung zu erzeugen, so dass für den Übenden eine Lebendigkeit, eine lebendige Vorstellung und ein Zugang zur Übung entsteht.


Indem man sich selbst mit einem konkreten Begriff wie zum Beispiel mit dem Begriff “Aufrichtekraft”, “Weite” oder “Differenziertheit”… auseinandersetzt und indem man ein Bild zu einer Übung nach klaren Kriterien studiert, kann man zu einer Yogaübung eine Empfindung erschaffen, ein lebendiges Gefühl. Durch dieses seelische Gefühl kann ein Mensch, der die Übung noch nicht gut kennt, einen Bezug zur Übung entwickeln.


Man erlebt durch diese Übungweise den Körper als Körper, das Gedankenleben und das Empfindungsleben als drei differenzierte Bereiche. Man selbst führt den Körper ausgehend von einer Vorstellung und daraus entstandenen Empfindung.


Das Empfinden von Weite hängt mit dem Erleben des Raumes zusammen


Das Empfinden von Weite in einer Übung ist zum Beispiel mit dem Wahrnehmen des Raumes, mit dem Raumgefühl in einer Verbindung. Nimmt man den Raum wahr, so will man selbst auch gerne in den Raum hineingehen oder entgegen gehen. Erlebt man den Raum im Gegenteil nicht, sondern erlebt man eine innere Enge, dann fühlt man sich in sich selbst gefangen, vom äußeren Raum mehr getrennt. Diese Enge ist das das Gegenteil von Weite. Man erlebt eine Enge und mit zieht sich dann sehr soft innerhalb dieser Enge noch mehr zurück. Man geht mit dem Bewusstsein dann nicht mehr so leicht auf den äußeren Raum zu, man nimmt weniger die äußere Umgebung wahr.


Wenn man diese Weite und dieses Erleben des Raumes im Menschen stärkt, stärkt sich der ganze Mensch in seiner Kraft, auf etwas Neues, auf die Zukunft und die Welt zuzugehen statt sich immer mehr zurück zu ziehen.
In manchen Yogaübungen kann man dieses Raumempfinden besonders gut kennen lernen und entwickeln.

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